Auch für unsere Region gilt: Das Leben vor Ort zeichnet sich durch seine landschaftliche Vielfalt und Schönheit aus. Wir wollen die verschiedenen Lebensräume für Flora und Fauna erhalten – für uns und für kommende Generationen. Wir bleiben uns treu: Naturschutz ist eine wichtige Aufgabe der Kommunalpolitik. Wir wollen mehr Bürgerinnen und Bürger dafür gewinnen, sich bei uns aktiv für den Erhalt der Artenvielfalt zu engagieren.
Was bedeutet Umweltpolitik in der Gemeinde Niederzier? Anders als die meisten ländlichen Gemeinden ist Niederzier strikt zweigeteilt in eine große Renaturierungsfläche, bestehend aus Sophienhöhe und Innenkippe und in das eigentliche Gemeindegebiet westlich der L 255. Im Tagebaubereich hat sich in den letzten Jahren ein erfreuliches Tier- und Pflanzenleben entwickelt, so daß diese Flächen auf dem Wege zu einem Ersatz - Erholungsgebiet sind - zwar mit dem ehemaligen Hambacher Forst nicht zu vergleichen, aber besser als gar nichts.
Ganz anders im bewohnten Teil der Gemeinde: Hier drängen sich Wohnbebauung, Intensivlandwirtschaft und Gewerbeansiedlung zu einer metergenau verplanten Zwecklandschaft zusammen, die fast vergessen läßt, daß man auf dem Dorf wohnt. Das bedeutet, Freiflächen wie Obstwiesen, Sumpfwiesen, Teiche, Gehölzstreifen, Feldhecken , Parkanlagen, Auwälder und vieles andere mehr, was eine lebendige Landschaft ausmacht, findet man in Niederzier kaum mehr. Entsprechend zurückgegangen sind auch Tier- und Pflanzenarten. Igel, Eule und Erdkröte sind selten geworden; Blindschleiche, Rebhuhn und Wiesel so gut wie verschwunden. Knabenkraut, Wiesenstorchschnabel, Schlüsselblume und Akelei wird man auf Niederzierer Wiesen vergeblich suchen. Dafür sind Brennessel, Quecke und Distel auf den Vormarsch. Der Niederzierer Bürger, der mit seiner Familie oder seinem Hund naturnah spazierengehen möchte, ist gezwungen, ins Auto zu steigen und mindestens bis zur Sophienhöhe zu fahren. Niederzierer Landschaft präsentiert sich als abgezirkelte Agrarsteppe, strukturiert durch Stacheldrähte, Teerwege und Hochspannungsleitungen. Noch verschärft durch den intensiven Wohnungsbau und die Gewerbeansiedlung der letzten Jahre stehen sich heute Bürger und Bauern gegenseitig auf den Füßen. Kurzum, in Niederzier geht es nicht mehr um Naturschutz, denn es gibt hier fast nichts mehr zu schützen. Es geht um Renaturierung, Rückbau und naturnahe Landschaftsplanung. Wir Grünen haben hierzu eine Reihe von Maßnahmen ins Auge gefasst: • Der Ellebach, das „Rückrat" der Niederzierer Landschaft ist in einem bedauernswerten Zustand. Durch die Schließung der Kläranlagenwasser entlang des Wasserlaufes, fällt der Bach während der Sommermonate über weite Strecken trocken. Daher halten wir es in jedem Falle für geboten, das Ellebach-Umfeld im Rahmen von Landaufkauf, Landtausch und Flächenausgleich Stück für Stück einer naturnahen Nutzung zu zuführen und durch Renaturierungsmaßnahmen breite Uferbänke, Sumpfzonen, Rückhalteteiche und Feuchtwiesen zu schaffen.
• An vielen Stellen bietet es sich an, Feldränder bzw. Feldwege mit Heckenstreifen von mehreren Metern Breite zu versehen. Auch dies kann als Kompensationsmaßnahme, durch Landtausch, Flächenstilllegung oder über Landesprogramme realisiert werden. Hecken bieten Mardern, Wieseln und Raubvögeln Schutz und verringern damit die Mäuseplage. Sie sind angenehm für das Auge und bieten dem Spaziergänger Windschutz in der kalten Jahreszeit. In der ablaufenden Wahlperiode wurde mit derartigen Maßnahmen zur ökologischen Anreicherung der Landschaft im Gemeindegebiet bereits begonnen und der der richtige Weg einschlagen. So wurden großzügige Bepflanzungsmaßnahmen entlang eines Feldweges, der von der Mühlenstraße in Richtung des neuen Gemeindewaldes „Broisterd“ verläuft, durchgeführt. Die Gemeinde sollte ihre Bemühungen fortsetzen, die Ortsrandlagen mit Obstwiesen, Baumgürtel, und Heckenstreifen zu begrünen, um so die Wohnqualität zu erhöhen. Wir erwarten, dass diesen Maßnahmen im Bereich Fünf Weiher, süd-östlich von Niederzier, weitere Begrünungen folgen werden. Hier insbesondere in dem auch weitgehend ausgeräumten Bereich zwischen Huchem - Stammeln, Selhausen, Krauthausen einerseits sowie Niederzier und Oberzier andererseits.
Zusammenfassend ist zu sagen, daß Niederzier sich durch intensive Bebauungspolitik und Gewerbeansiedlung immer mehr von einer Agrargemeinde weg und hin zu einer Wohngemeinde entwickelt. Wenn man dies will, so muß man auch konsequent sein und die Qualität des Wohnumfelds verbessern. Niederzier besitzt viel gemeindeeigenes Land und die Zahl der Höfe nimmt rapide ab. Es wäre also prinzipiell möglich, die Flächennutzungen zu ändern und die Wohnqualität zu verbessern. Somit hängt alles am mangelnden politischen Willen. Wir möchten mit Ihrer Hilfe erreichen, daß sich hier etwas ändert!
• Wir wollen, dass Niederzier im Naturschutz wieder nach vorne kommt, indem wir: • die Ortsrandlagen durch Anpflanzungen von Heckenstreifen, Baumgürteln und Obststreuwiesen aufwerten • die Ausgleichsmaßnahmen (für Eingriffe in die Natur) innerhalb der Wohnbebauung und wohnortnah durchführen • die ökologischen Anreicherungsmaßnahmen der Landschaft innerhalb des Gemeinde-gebietes mit Bepflanzungsaktionen fortsetzen. • das Amt des Landschaftswartes mit einer Person besetzen, die diese Aufgaben mit dem notwendigen Engagement und Ernst ausübt. • die Allee, die die beiden Ortschaften Oberzier und Huchem-Stammeln verbindet, erhalten. • die Artenvielfalt und Lebensräume bewahren und zerstörte Lebensräume wiederherstellen.
Umweltschutz • Wir wollen, dass Niederzier im Umweltschutz wieder nach vorne kommt, indem wir: • die Pflege der gemeindeeigenen Beete durch die Vergabe von Patenschaften sicherstellen. Die Gemeinde stellt hierfür am Bauhof die Pflanzen kostenlos zur Verfügung. • die Verfolgung und das Auffinden der Verursacher wilder Müllablagerungen durch ordnungsbehördlichen Maßnahmen verstärken. • Industriebetriebe, Firmen und Unternehmen, die auf dem Gebiet der Gemeinde Niederzier tätig sind oder tätig werden wollen, auf die Einhaltung der Umweltstandards und Gesetze (z.B. Immissionsschutzgesetz bei Feinstäuben) hinweisen. |  | | | | Silbersee | | | |
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