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Grüne Niederzier 
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Luftreinhalteplan für Tagebau

Dieser Beitrag zum Thema Feinstaub stammt aus der Dürener Zeitung vom 5.2.2011:

Gut fünf Jahre nach der Aufstellung des Feinstaub-Aktionsplans für die Umgebung des Tagebaus Hambach steht fest: Die seinerzeit von Tagebaubetreiber RWE Power als einzigem greifbaren Verursacher eingeforderten Maßnahmen zur Verringerung der Feinstaubbelastung reichen offenbar nicht aus.
Nach vorläufiger Auswertung der Messstationsdaten durch das Landesamt für Umwelt und Verbraucherschutz ist davon auszugehen, dass der Grenzwert für Feinstaub im vergangenen Jahr in Niederzier mehr als 36 Mal überschritten wurde. Maximal 35 Überschreitungstage sind zulässig, teilte die für die Luftreinhaltung zuständige Kölner Bezirksregierung am Freitag mit.

Aus diesem Grund hat sie entschieden, dass nun zügig ein Luftreinhalteplan mit weitergehenden Maßnahmen aufgestellt werden muss, und fordert alle Beteiligten auf, Vorschläge zur Minderung der Feinstaubbelastung zu erarbeiten. Noch vor Ostern soll die zuständige Projektgruppe erneut tagen. Bis dahin soll auch eine erste Verursacheranalyse des Landesamt vorliegen.

Dass dabei grundsätzlich andere Erkenntnisse ans Tageslicht kommen als schon bei der Aufstellung des Aktionsplans im September 2005 erwartet Dirk Jansen vom BUND-NRW nicht. Seinerzeit wurde ermittelt, dass der Tagebau Hambach als lokaler Verursacher zu 25 Prozent für die Feinstaubbelastung verantwortlich ist. Über 70 Prozent wurden der schwer greifbaren regionalen Hintergrundbelastung zugeschrieben. RWE Power reagierte, betrieb nach eigenen Angaben Grundlagenforschung, griff tief in die Kasse und setzte eine Vielzahl von Maßnahmen um, die «den Feinstaubausstoß auch deutlich reduziert haben. Das hat uns das Landesamt bestätigt», unterstrich Unternehmenssprecher Manfred Lang am Freitag noch einmal, das RWE Power «seine Hausaufgaben gemacht hat».

Das sieht Dirk Jansen anders: «Trotz aller Bemühungen des Konzerns steht jetzt fest, dass die Maßnahmen einfach nicht ausreichen. Offenbar sind immer noch nicht alle relevanten Feinstaub-Quellen im Tagebau erfasst», geht der BUND-Geschäftsführer weiter davon aus, dass bei bestimmten Wetterlagen die Grube an sich Feinstaub produziert. Sollte das der Fall sein, müsse auch offen über einen zeitweiligen Betriebsstopp diskutiert werden, zumindest aber über eine Einhausung des als Feinstaubquelle identifizierten Kohlenbunkers. Dass das viel Geld kostet, ist Jansen bewusst. «Aber hier geht es um die Gesundheit der Bevölkerung.»

Und deshalb erneuert der BUND auch seine Forderung, einen Luftreinhalteplan für das gesamte Rheinische Braunkohlenrevier aufzustellen. Angesichts der Nähe zum Tagebau Inden sei es wahrscheinlich, dass auch von dort Feinstaub nach Niederzier gelangt, erklärt Jansen. Und umgekehrt. «Deshalb ist endlich eine Gesamtbetrachtung aller drei Tagebaue und der mit ihnen verbundenen Kraftwerke vonnöten.»

«Acht Jahre nachdem der BUND und die BG Niederzier die tagebaubedingte Feinstaubbelastung erstmalig thematisiert hatten, ist jetzt endlich eine dauerhafte Verbesserung der prekären Belastungssituation in Sicht», kommentierte Wolfgang Schäfer von der Bürgergemeinschaft die neue Entwicklung.
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