Rote Karte für die Getränkedose (Juli 2010)
| Comeback des Umweltdinos aktiv bekämpfen (von G.Schmitz) Einige Discounter gehen mit schlechtem Beispiel voran und verkaufen wieder Getränkedosen!
Welch ein Ärgernis, als ich diese Tage durch die Stadt ging: "Die Dose ist zurück", so stand es ganz groß auf den Werbeplakaten. Ich dachte eigentlich, zumindest dieses Thema wäre mit dem Dosenpfand „durch“, aber leider erlebe ich derzeit tatsächlich eine Wiedergeburt der Getränkedose in Deutschland. Versch. Märkte werben mit „Die Dose ist zurück“ und verkaufen wieder solch umweltfeindliche Verpackungen. Wir wollen als Grüne gerne dagegen vor Ort aktiv werden. Wenn Sie Lust haben, sich zu beteiligen, sprechen Sie uns gerne an. Hier die wichtigsten Informationen, die der Naturschutzbund NABU zusammengestellt hat:
Daher präsentierte der NABU im vergangenen Jahr einen Vorschlag für eine Steuer auf Getränkeverpackungen. Sie gewinnt nun auch mit Blick auf die bundesdeutsche Haushaltslage immer mehr an Bedeutung. „Eine nach einfachen Umweltkriterien gestaffelte Steuer auf Getränkeverpackungen kann nicht mehr nur die Mehrwegquoten retten, sondern auch dazu beitragen, den Bundeshaushalt zu konsolidieren. Umwelt- und Haushaltspolitiker aller Fraktionen sollten diesen Vorschlag für mehr Nachhaltigkeit ernsthaft in Erwägung ziehen“, so Miller. Die von Materialart und -menge abhängige Steuer brächte beim derzeitigen Boom der Einwegflaschen jährlich 3,3 Milliarden Euro ein. Die Umweltabgabe bevorteile umweltfreundliche Flaschen und Behälter. Jährlich könnten so bis zu 1,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid und 400.000 Tonnen Plastikmüll vermieden werden. „Diese oft bezweifelte Lenkungswirkung umweltorientierter Abgaben ist vielfach bewiesen, wie die jüngsten Analysen zur Ökosteuer gezeigt haben. Auch die staatliche Verteuerung sogenannter Alkopop-Getränke erfüllte ihre gewollte Wirkung“, erläuterte NABU-Abfallexperte Benjamin Bongardt. Die Getränkeverpackungssteuer sei ein eindeutiges Preissignal für Abfüller und Verbraucher. „Sie belohnt den ökologischen Konsum, stärkt die Abfallvermeidung und erteilt dem Profitstreben von Herstellern und Discount-Händlern auf Kosten der Umwelt eine Absage“, so Bongardt weiter.
Für die Grüne Bundestagsfraktion erklärte Dorothea Steiner, die Sprecherin für Umweltpolitik: Das Comeback der Dose muss im Keim erstickt werden. Dies geht nur, wenn die Politik sich klar zu Mehrweg bekennt. Daher fordern wir die Bundesregierung auf, Maßnahmen zur Stabilisierung der Mehrwegquote zu ergreifen. Insbesondere müssen Mehrwegpackungen endlich klar gekennzeichnet werden, um die Täuschung
Mehr dazu bei: http://www.dorothea-steiner.de Plopp, ratsch und zisch - jahrelang war das Geräusch vor dem Schluck Bier oder Cola aus der Dose in Deutschland verklungen. Als vor sieben Jahren das Dosenpfand eingeführt wurde, verschwanden die Blechbehälter aus den Supermärkten und damit aus den Mülleimern. Seit heute bietet Penny, der Discounter der Rewe-Group, die Getränkedose wieder an. Sie kehrt mit einem Sortiment von über zehn Bier-, Limonaden- und Colasorten in die Regale zurück, zunächst in Nordrhein-Westfalen, dann schrittweise in ganz Deutschland. "Recycling ist gut", sagt Maria Elander von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), "aber die Vermeidung von Abfall ist besser." Die Verpackungsexpertin vermutet, dass teure Markenhersteller besser ins Niedrigpreis-Segment der Discounter passen, wenn sie kleine Mengen für wenig Geld anböten. "Pro Liter Getränk zahlt der Kunde dann aber letztlich mehr", sagt Elander. Außerdem torpedierten Hersteller und Handel immer aggressiver Mehrwegsysteme mit ihrer aufwendigen Logistik. Die DUH fordert deshalb eine Abgabe auf Einwegverpackungen von etwa 20 Cent. Im Bundesumweltministerium hält man die nicht für durchsetzbar, weil die Abgabe auf die Dose dann teurer wäre als ihr Inhalt. 2008 wurden laut Umweltbundesamt (UBA) nur 38 Prozent der Limo in Deutschland in umweltfreundlichen Verpackungen verkauft, beim Mineralwasser waren es 45 Prozent und beim Bier 85 Prozent. "Jede Dose, die eine Mehrwegflasche oder einen Getränkekarton verdrängt, ist bedauerlich", heißt es aus dem UBA. Horst Zocher von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) prophezeit der Dose allerdings ohnehin einen Misserfolg. In keiner Studie habe er feststellen können, dass die Verbraucher die Dose vermissten. Der Kunde habe sie gekauft, weil er sie nach dem Austrinken einfach wegwerfen konnte, sagt der Brauereiexperte. Wegen des Pfandes entfalle dieses Verkaufsargument aber heute. "Tragen Sie mal 20 offene Dosen in den Supermarkt und stecken sie in den Rückgabeautomaten", warnt er, "da müssen Sie hinterher duschen". (Quelle kursiver Text: TAZ vom 1.6.2010) | |||||||||||||||||||||





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